Georg Büchners Revolutionsdrama DANTONS TOD, SA, 05.01., 19.30 Uhr, Großes Haus

 MSTH DANTONS TOD EnsemblecMarie Liebig 2

Inmitten des Blutdurstes der Französischen Revolution spalten sich die Revolutionäre in Lager. So wendet sich die Hinrichtungswut auch gegen den eigenen Korpus. Basierend auf wahren Ereignissen stellt Georg Büchner die Standpunkte dar zwischen den führenden Revolutionären Robespierre, dem tugendhaften Jakobiner, und Danton, dem dionysischen Intellektuellen, der sich angesichts seiner Schuld dem Hedonismus des Lebensmüden hingibt. Während Danton und seine Gefolgsleute von Robespierre des Verrats bezichtigt und mittels Intrigen vom Revolutionstribunal zum Tode verurteilt werden, vermischt sich die politische Frage nach dem Ziel und Ende der Französischen Revolution mit der philosophischen Frage: Wird überhaupt je für Ideen gekämpft oder geht es nicht doch immer um die ganz persönlichen Motive? Vom tobsüchtigen Bullen der Revolution geworfen sprechen Danton und seine Gefolgsleute über Lust, Gott, Tod, die Schöpfung – aber vor allem über den Abgrund zwischen Verstand und Gefühl.
Die Französische Revolution tobt und das Volk leidet unter der anhaltenden Schreckensherrschaft.
Danton war einst treibende Kraft der Revolution und kämpfte mit seinem Gegenspieler Robespierre um die Hoheit der gewaltsamen Auseinandersetzungen. Jetzt ist er der Revolution und des Lebens überdrüssig und sucht nun seine Ruhe im Müßiggang, im Abstand zu den Ereignissen, in der Entfernung zur Politik und im Schoß von Frauen. Noch einmal lässt er sich zum Streitgespräch mit seinem Kontrahenten über den Sinn und die Bedeutung der Revolution bewegen: Was kann und soll diese erreichen? Der siegreiche Robespierre verhängt schließlich das Todesurteil über Danton, da man ihm vorwirft, mit den Feinden der Revolution konspiriert zu haben. In völliger Lethargie nimmt Danton sein Schicksal an; er wehrt sich nicht und flieht auch nicht. Zudem glaubt er nicht an die Vollstreckung des Todesurteils durch das Revolutionstribunal, dem er einst vorgestanden hatte. Für Danton hat die Revolution ihre Ideale verraten und sich in puren Terror verwandelt. Das Individuum kann dem Durcheinander der revolutionären Entwicklung nichts entgegnen. Georg Büchner bezeichnet diesen Zustand als „Fatalismus der Geschichte“.
In nur 5 Wochen und unter großem politischem Druck schrieb Büchner im Jahre 1835 sein Drama „Dantons Tod“, da ihm aufgrund der Publizierung der revolutionären Flugschrift „Der Hessische Landbote“ die Verhaftung drohte. Eine erste Veröffentlichung des Dramas erfolgte noch im selben Jahr, jedoch mit dem verfälschten Untertitel „Dramatische Bilder aus Frankreichs Schreckensherrschaft“. Die strenge Zensur konnte jedoch nur überwunden werden, indem viele Stellen der Darstellung „abgemildert“ wurden. Das Stück kam erst zu Beginn des Jahres 1902 in Berlin zur Uraufführung. Heute zählt „Dantons Tod“ zu den wichtigsten Geschichtsdramen im deutschsprachigen Raum.

Besetzung
Danton: Anja Lenßen
Legendre: Renatus Scheibe
Camille Desmoulins: Georg Grohmann
Lacroix: Vivian Frey
Robespierre: Björn Boresch
St. Just: Michael Jeske
Barère: Renatus Scheibe
Collot d’Herbois: Hans-Joachim Rodewald
Herman, Präsident des Revolutionstribunales: Matthias Herold
Thomas Payne: Recardo Koppe
Mercier: Hans-Joachim Rodewald
Simon, Souffleur: Peter Bernhardt
Weib Simons: Ulrike Walther
Julie, Dantons Gattin: Carla Witte
Lucile, Gattin des Camille Desmoulins: Mira Elisa Goeres
Rosalie, Grisette: Carla Witte
Marion, Grisette: Evelyn Fuchs

Team
Regie: Tobias Rott
Bühne: Susanne Füller
Kostüme: Kerstin Jacobssen
Musikalische Arrangements und Einstudierung: Rudolf Hild
Dramaturgie: Bernhard Henning

Foto © Marie Liebig

Karten sind an der Theaterkasse vor Ort, unter 03693/451-222 und -137 sowie www.meininger-staatstheater.de erhältlich. Weitere Vorstellungstermine am 1.2., 7.3.