Henrik Ibsens Antikapitalismusdrama JOHN GABRIEL BORKMAN eröffnet am 13. September 2019 die Spielsaison 2019/20 am Meininger Staatstheater

MSTH BORKMAN Walther Lenßen RodewaldcMarie Liebig

Mit Henrik Ibsens Meisterwerk JOHN GABRIEL BORKMAN startet das Meininger Staatstheater am 13. September in die neue Spielsaison: In der Inszenierung von André Bücker feiert das Antikapitalismusdrama um den gescheiterten Banker um 19.30 Uhr Premiere im Großen Haus. Die zweite Premiere findet am Sonntag, dem 15. September um 19.00 Uhr statt. Die titelgebende Hauptfigur verkörpert KS Hans-Joachim Rodewald – mit dieser Rollendarbietung nimmt der Schauspieler nach vierzigjährigem Bühnenengagement Abschied vom Meininger Publikum und erhält für seine Verdienste am Premierenabend den Ehrentitel „Kammerschauspieler“. Zudem geben die Ensemble-Neuzugänge Christopher Heisler (als Erhard Borkman) und Katharina Walther (als Frida) mit dieser Produktion ihr Hausdebüt.

Karten sind an der Theaterkasse vor Ort, unter 03693/451-222 und -137 sowie www.meininger-staatstheater.de erhältlich. Weitere Vorstellungstermine sind am Mi., 18.09. (19.30 Uhr), Fr., 27.09. (19.30 Uhr), Do., 10.10. (19.30 Uhr), So., 24.11. (15.00 Uhr), Sa., 21.12. (19.30 Uhr), Sa., 04.01.20 (19.30 Uhr), So., 19.01. (19.00 Uhr), Do., 23.01. (18.00 Uhr), Sa., 22.02., (19.30 Uhr), Sa., 23.05. (19.30 Uhr) und Fr., 29.05. (19.30 Uhr).

ZUR HANDLUNG
Henrik Ibsens Drama erzählt von einer zerstrittenen Familie, in dessen Mittelpunkt John Gabriel Borkman steht – ein gescheiterter Kapitalist, der für seine Unterschlagungen im Gefängnis hat büßen müssen und nach seiner Haftentlassung ein Dasein fernab des gesellschaftlichen Lebens fristet. Eine von ihm getätigte illegale Transaktion hatte die Bank in den Ruin getrieben und ihm selbst eine Gefängnisstrafe beschert. In völliger Einsamkeit lebt er nun mit seiner Frau Gunhild im Haus seiner Schwägerin Ella: er oben, Gunhild unten, ohne Kontakt zueinander.
Eines Tages kehrt die sterbenskranke Ella in ihr Haus zurück. Ella war Borkmans einstige große Liebe, jedoch hatte er sie für seine Karriere fallen gelassen. Jetzt fordert sie den Sohn der Borkmans zurück, da sie ihn aufgezogen hatte. Er soll Ella nun während ihrer letzten Tage beistehen. Gunhild hingegen wünscht sich, dass ihr Sohn Karriere macht, um den vom Vater beschädigten Ruf der Familie wiederherzustellen. Der Sohn jedoch wählt einen dritten Weg und entflieht dem häuslichen Druck: Mit seiner sieben Jahre älteren Geliebten reist er in den Süden. In Borkman wächst neue Kraft und Energie; er spricht sich mit Ella aus und macht sich auf in die eisige Landschaft…

BESETZUNG
John Gabriel Borkman, ehemaliger Bankdirektor: KS Hans-Joachim Rodewald
Gunhild Borkman, geb. Rentheim, seine Frau: Ulrike Walther
Erhard Borkman, Student, sein Sohn: Christopher Heisler
Ella Rentheim, Gunhilds unverheiratete Zwillingsschwester: Anja Lenßen
Fanny Wilton: Evelyn Fuchs
Vilhelm Foldal, Hilfsschreiber in einer Behörde: Peter Liebaug
Frida Foldal, seine Tochter: Katharina Walther

ZUM AUTOR/WERK
Henrik Ibsens Stück entstand 1896 in Kristiania, dem heutigen Oslo. Die Handlung beruht auf einem realen Vorfall, der sich in den 1850er-Jahren ereignete und die Gesellschaft sehr beschäftigte. JOHN GABRIEL BORKMAN ist Ibsens vorletztes Stück, das er vor seinem Tod 1906 geschrieben hat und gilt als Meisterwerk des norwegischen Dichters.

Zweifelsohne zählt der 1828 in Norwegen geborene Henrik Ibsen zu den größten und einflussreichsten Dramatikern der Welt. Er „erneuerte“ die antike Tragödie in Form realistischer Prosa-Stücke und setzte „normale“ Menschen in den Fokus. Um Emanzipation und Anerkennung kämpfende Frauen und Familien in diversen Verstrickungen bilden die Basis der Ibsen‘schen Erzählstruktur. Empörung und Zensur sorgten beinahe nach jeder Uraufführung seiner Stücke für eine wachsende Bedeutung des Autors. So wurde seine NORA (1879) stark kritisiert, bescherte ihm allerdings auch einen internationalen Durchbruch als Autor. Das „Skandalstück“ GESPENSTER musste zunächst in englischer Sprache in Chicago uraufgeführt werden, bis schließlich Theaterherzog Georg II. am 21. Dezember 1886 die deutsche öffentliche Uraufführung, in Anwesenheit des Autors, auf der Bühne des Meininger Theaters ermöglichte. JOHN GABRIEL BORKMAN entstand 1896 in Kristiania, dem heutigen Oslo. Die Handlung beruht auf einem realen Vorfall, der sich in den 1850er-Jahren ereignete und die Gesellschaft sehr beschäftigte. Es ist Ibsens vorletztes Stück, das er vor seinem Tod 1906 geschrieben hat und gilt als Meisterwerk des norwegischen Dichters.

ZUM REGISSEUR
André Bücker inszenierte über 90 Opern- und Schauspielproduktionen sowie spartenübergreifende Projekte und Theater im öffentlichen Raum. Von 2009 bis 2015 war er Generalintendant des Anhaltischen Theaters Dessau und ist seit der Spielzeit 2017/18 Intendant des Staatstheaters Augsburg.

Foto: Marie Liebig