Premieren am 15. und 17. Juni im Großen Haus

MSTH DIE PIRATEN VON PENZANCE WerbefotocMarie Liebig

Am Freitag, dem 15. Juni (19.30 Uhr) und Sonntag, dem 17. Juni (19.00 Uhr) feiern „Die Piraten von Penzance“ Premiere im Großen Haus des Meininger Staatstheaters. Im Mittelpunkt der komischen Oper von Arthur Sullivan und William Schwenck Gilbert steht Frederic, der dank seiner schwerhörigen Amme versehentlich statt einer privaten Lehre eine Piratenlehre absolviert hat – ein kurioses Missverständnis mit höchst amüsanten Folgen. Es inszeniert Oberspielleiter Lars Wernecke, die musikalische Leitung obliegt dem 1. Kapellmeister Chin-Chao Lin – beide verabschieden sich mit dieser Produktion vom Meininger Publikum. Für Bühne und Kostüme zeichnet Christian Rinke verantwortlich. In der Partie des Frederic ist Robert Bartneck alternierend mit Ondrej Šaling zu erleben, den Generalmajor Stanley gibt Stan Meus, dessen Tochter Mabel Monika Reinhard alternierend mit Anne Ellersiek, den den Piratenkönig Marián Krejčík. Karten sind an der Theaterkasse vor Ort, unter 03693/451-222 und -137 sowie www.meininger-staatstheater.de erhältlich. Die offizielle Premierenfeiert findet im Anschluss an die Freitagspremiere im Theaterrestaurant Herzog Georg’s Inn statt. Weitere Vorstellungstermine sind am Mittwoch, dem 27. Juni (19.30 Uhr) sowie in der Spielzeit 2018/19 (Wiederaufnahme: SA, 8. September um 19.30 Uhr).

„Die Piraten von Penzance“ sind mit einer absurd-witzigen Geschichte und Ohrwurm-Musik ein wahrer Leckerbissen für alle Liebhaber des musikalischen Unterhaltungstheaters. Die komische Oper des Komponisten Arthur Sullivan und des Librettisten William Schwenck Gilbert, 1879 uraufgeführt, kommt ebenso charmant wie schräg daher und wartet musikalisch sowohl mit Anklängen an die Opera buffa Rossinis und Donizettis als auch zungenbrecherischen Patter Songs auf. In der grotesken Überzeichnung, der drastischen Komik und dem britischen Humor erinnert sie an die legendären Filme von Monty Python.

An der Küste von Cornwall treiben die gefürchteten Piraten ihr Unwesen. Frederic hat gerade seine Ausbildung bei den Piraten beendet und obwohl er die Piraten liebt, verabschiedet er sich von ihnen, denn Seeräuberei findet er richtig ekelhaft. Er schließt sich einer feigen Polizistenbande an, um den Piraten den Kampf anzusagen. Dabei kommt zu überraschenden Entdeckungen ...

Zum Regisseur Lars Wernecke
Der in Hamburg aufgewachsene Theaterregisseur und Autor Lars Wernecke studierte Psychologie in Hamburg und Theaterregie in Graz. Es folgten Regieassistenzen am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, an der Staatsoper Graz, der Wiener Theater Gruppe 80 und dem Schauspiel Essen, bei namhaften Regisseuren wie Michael Bogdanov, Peter Konwitschny und Jürgen Bosse.
Seit 1995 arbeitet er als Schauspiel- und Musiktheaterregisseur an Bühnen unter anderem in Essen, Celle, Hamburg, Berlin, Zürich, Nürnberg, Schaffhausen, Erlangen und Potsdam. Im Bereich Musiktheater inszenierte Lars Wernecke Opern, Operetten, Musicals sowie zahlreiche Chansonabende. Im Bereich Schauspiel reicht die Bandbreite von zeitgenössischer Dramatik über turbulente Komödien, diversen Klassikern bis hin zu Kinder- und Jugendtheaterstücken. Außerdem war Wernecke als Gastprofessor an der Universität Potsdam und der Kunstuniversität Graz tätig und schrieb in den vergangenen Jahren zahlreiche Theaterstücke.
2006 wurden seine Schauspiele „freitot” an der Tribüne Berlin und „Sweet Sweet Smile” am Schlosstheater Celle, 2008 im Nikolaisaal Potsdam sein musikalisches Theaterstück „Orpheus Britannicus”, über den Komponisten Benjamin Britten, erfolgreich uraufgeführt und an mehreren Bühnen gezeigt. Seit 2009 tourt sein mit Franz Wittenbrink geschriebenes Werk „Berlin Comedian Harmonists – Verrückte Zeiten” erfolgreich auf zahlreichen deutschen Bühnen. Zuletzt konnte man die Eisenacher Inszenierung seines Stückes „Illusionen – Alexandras Leben” auch in Meiningen sehen.
Seit der Spielzeit 2013/14 wirkte Lars Wernecke als Oberspielleiter für Musiktheater und Schauspiel am Meininger Staatstheater. In Meiningen kannte man ihn davor bereits durch die 2010/11 zur „Inszenierung des Jahres” gewählten Inszenierung „Cabaret”, das für ein ausnahmslos ausverkauftes Volkshaus sorgte sowie durch Simon Moores Theaterthriller „Misery”, das Solostück „Sweet Sweet Smile” und Henrik Ibsens „Ein Volksfeind”. Als Oberspielleiter inszenierte er unter anderem das Kult-Musical „Die Rocky Horror Show”, das 2014 zur „Inszenierung des Jahres” gekürte Schauspiel „Rose Bernd”, Hebbels Trauerspiel „Die Nibelungen”, den französischen Klassiker „Phädra”, die Operette „Zarewitsch”, die turbulente Komödie „Der nackte Wahnsinn”, Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel”, die selten gespielte Lortzing-Oper „Regina”, Thomas Adès Skandalkammeroper „Powder her Face”, Rossinis komische Oper „Der Barbier von Sevilla” sowie Shakespeares „Macbeth”. In der laufenden Spielzeit inszenierte er die Kammeroper „Julie” und „Lauf doch nicht immer weg!”. Mit „Die Piraten von Penzance” verabschiedet sich Lars Wernecke als Oberspielleiter vom Meininger Publikum und übernimmt ab der Spielzeit 2019 die Intendanz der Frankenfestspiele in Röttingen.

Zum 1. Kapellmeister Chin-Chao Lin
Chin-Chao Lin wurde 1987 in Taitung, Taiwan, geboren. Er studierte Orchesterdirigieren an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz bei Prof. Martin Sieghart und an der Zürcher Hochschule der Künste bei Prof. Johannes Schlaefli. Er nahm aktiv an Meisterkursen von Bernard Haitink, Pierre Boulez, Peter Eötvös, David Zinman, Kurt Masur, Marc Albrecht, Markus Poschner, Kristjan Järvi, Johannes Kalitzke, Roland Seiffarth und Mark Stringer teil. 2013 wurde er Stipendiat des Dirigentenforums des Deutschen Musikrats. Von 2013 bis 2015 assistierte er dem Chefdirigenten Daniel Raiskin als „Conductor-in-Progress” beim Staatsorchester Rheinische Philharmonie in Koblenz und leitete zudem eigene Konzerte.
Lin assistierte bei renommierten Dirigenten und Orchestern. Er dirigierte „Hänsel und Gretel” mit dem Opernorchester KlangImPuls im Theater im Palais in Graz. 2009 studierte er „The Mikado” von Gilbert & Sullivan ein und dirigierte die Premiere und das anschließende Gastspiel in Yokohama, Japan. In Tschechien dirigierte er „Carmen” im Theater Teplice. Im Meininger Staatstheater dirigierte er „Die Zauberflöte” und die Wiederaufnahme von „La Traviata”.
Chin-Chao Lin arbeitete als Dirigent bereits mit zahlreichen anerkannten Orchestern: Niedersächsisches Staatsorchester Hannover, hr-sinfonieorchester, National Taiwan Symphony Orchestra, Staatsorchester Rheinische Philharmonie Koblenz, Bremer Philharmoniker, Lucerne Festival Academy Orchestra, Berner Sinfonieorchester, Janáček Philharmonic Orchestra, North Czech Philharmonic Orchestra, Hradec Králové Philharmonic Orchestra, Karlsbad Symphony Orchestra, Musikkollegium Winterthur, Het Gelders Orkest, Kielce Philharmonic Orchestra, Almaty Philharmonic Orchestra, Bialystok Symphony Orchestra etc. 2014 führten ihn diverse Engagements mit dem Lucerne Festival Alumni Ensemble nach Zürich, London, New York und Peking.
Seit 2016/17 ist Chin-Chao Lin 1. Kapellmeister am Meininger Staatstheater, wo unter seiner musikalischen Leitung „Hoffmanns Erzählungen“ und „Tosca“ zur Aufführung kamen. Er verlässt das Haus zum Ende der laufenden Spielzeit, um zu Beginn 2018/19 seine Amt als Generalmusikdirektor am Theater Regensburg aufzunehmen.

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