Meiningen. Kostprobe: MI, 09.01. 19.00 Uhr Kammerspiele, Eintritt frei
Premiere: DO, 17.01. 19.30 Uhr, Kammerspiele

 Geschichte vom Soldaten Liebig 2

Gelesen, gespielt und getanzt. In zwei Teilen.
Igor Strawinsky (1882-1971)
Dichtung von Charles Ferdinand Ramuz
Der Soldat lässt sich auf einen Handel mit dem Teufel ein – er tauscht seine Geige gegen ein Buch, dessen Kenntnis reich macht. Zwar wird er reich, aber auch sehr unglücklich. Als der König die Hand seiner Tochter demjenigen verspricht, der die kranke Prinzessin heilt, werben Teufel und Soldat mit ihrem Geigenspiel um die junge Frau. Der Soldat hat Glück – doch ist dieses nicht von langer Dauer.
Das Märchenmotiv des Glücksverlangens wird hier ganz konkret auf die historische Situation gegen Ende des Ersten Weltkriegs bezogen. Igor Strawinsky befand sich in finanziellen Schwierigkeiten und suchte nach einem Weg, trotz der äußeren Umstände ein Werk zu schaffen, das ohne allzu großen organisatorischen Aufwand im Rahmen einer Wandertournee aufführbar war. Er verzichtete auf Gesang, bezog aber Pantomime und Tanz mit ein. Die Handlung ist in eine Stationenfolge aufgelöst, in die ein Erzähler eingreift. Der lakonisch harte ‚Sound’ wird von nur sieben Instrumentalisten erzeugt. Auf das Wesentliche konzentriert, ist „L’histoire du soldat” ein Schlüsselwerk der Neuen Musik.
Doch DIE GESCHICHTE VOM SOLDATEN lässt sich auch als die Geschichte von allen Soldaten aller Zeiten lesen. Für den Kriegsheimkehrer ist die Welt nicht mehr so, wie sie vorher war – er bringt den Krieg mit nach Hause – die Kämpfe werden weiter geführt, im Äußeren wie im Inneren. Die Inszenierung zeigt den in der Kriegsmaschinerie gefangenen und traumatisierten Soldaten, der versucht Idealbilder von Männlichkeit und gesellschaftliche Erwartungen zu erfüllen. Die dem Märchen immanente Einteilung der Welt in Gut und Böse wird aufgebrochen, anstelle von Erzähler, Teufel und Soldat agieren die drei Schauspieler als drei Aspekte eines Soldaten, der Täter, Opfer und Beobachter zugleich ist.
Der Regisseur Brian Bell wurde in Lubbock, Texas, geboren. Nach Abschluss des Schauspielstudiums an der University of North Texas spielte er am Theater an der Parkaue und unternahm seine ersten Regieversuche in der Berliner Freien Szene. Ab 2006 war er als freier Regisseur und Schauspieler in Chicago tätig. 2017 inszenierte er am Nationaltheater Weimar und am Theater Ingolstadt.
TEAM
Musikalische Leitung: Mario Hartmuth
Regie: Brian Bell
Bühne: Daniel Unger
Kostüme: Irmela Schwengler
Dramaturgie: Anna Katharina Setecki

Besetzung
Meininger Hofkapelle
Georg Grohmann
Michael Jeske
Sven Zinkan

Foto: © Marie Liebig

Karten sind an der Theaterkasse vor Ort, unter 03693/451-222 und -137 sowie www.meininger-staatstheater.de erhältlich. Weitere Termine am 20.01., 02. & 28.02.